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Der Chlor-Mythos: Warum Deine Augen im Schwimmbad wirklich brennen – und was Kontaktlinsen damit zu tun haben

  • wsf-mh12
  • 12. Mai
  • 2 Min. Lesezeit


Wir alle kennen ihn: den typischen „Schwimmbadgeruch“. Und wir kennen das unschöne Souvenir nach einem langen Aufenthalt im Becken – rote, brennende Augen. Viele denken dann sofort: „Da ist wohl zu viel Chlor im Wasser.“ Ganz so einfach ist es nicht. Häufig ist nicht das desinfizierende Chlor selbst der Hauptschuldige, sondern das, was daraus im Badebetrieb entsteht: Chloramine. Diese Verbindungen können Augen und Atemwege reizen, besonders in Hallenbädern.



Die etwas unappetitliche Wahrheit

Chloramine entstehen, wenn Chlor mit Stoffen reagiert, die Badegäste ins Wasser eintragen – etwa Schweiß, Hautpartikel, Kosmetika oder Urin. Genau diese Reaktionsprodukte stehen in engem Zusammenhang mit dem typischen Hallenbadgeruch und mit Reizerscheinungen an Augen und Atemwegen. Das Auge ist dann nicht „entzündet“ im infektiösen Sinn, sondern oft schlicht chemisch beleidigt.



Warum die Augen rot werden

Typisch ist eine Reizkonjunktivitis: Die Augen brennen, tränen, röten sich und fühlen sich an, als hätten sie einen Protestbrief an die Badewassertechnik verfasst. Meist steckt dahinter keine bakterielle Infektion, sondern eine Reizung der Bindehaut durch chloraminhaltige Luft und Wasser.


Kontaktlinsen – leider keine gute Idee

Wer mit Kontaktlinsen schwimmt, verschafft seinen Augen nicht mehr Komfort, sondern eher ein Zusatzproblem. Wasser und Kontaktlinsen sind eine schlechte Kombination: Fachgesellschaften und FDA raten ausdrücklich davon ab, Kontaktlinsen beim Schwimmen zu tragen, weil Wasser Keime an die Linse und damit direkt ans Auge bringen kann. Das erhöht das Risiko für teils schwere Hornhautinfektionen.


Was stattdessen sinnvoll ist

Die praktischste Lösung ist erstaunlich unspektakulär: vor dem Schwimmen duschen und eine gut abdichtende Schwimmbrille tragen. Duschen reduziert die Stoffe, aus denen sich Chloramine bilden können; die Schwimmbrille hält Reizstoffe vom Auge fern. Genau diese Hygienemaßnahmen werden auch von der CDC als sinnvoll beschrieben.


Fazit

Rote Augen nach dem Schwimmen sind oft kein Zeichen von „zu viel Chlor“, sondern eher das Ergebnis einer chemischen Nebenhandlung namens Chloramine. Und Kontaktlinsen machen die Sache nicht besser, sondern riskanter. Oder kürzer gesagt: Nicht das Chlor führt die Fehde – sondern seine Reaktionsprodukte. Und Kontaktlinsen sitzen dabei in der ersten Reihe.


Quellen:




 


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